Header Image

Willkommen

Informationen

Presse

Links

Impressum

 

Terrorwarnung, Flutkatastrophe, Chemiebrand sind Gefahren, vor denen die Bevölkerung unverzüglich gewarnt werden muss.

Doch- wie werden Sie rechtzeitig vor solchen, plötzlich auftauchenden Gefahren gewarnt? Wie lange dauert es, bis im Radio und Fernsehen gewarnt wird? Welche Sender und Programme warnen? Und was ist, wenn Sie im Freien sind, wenn Ihr Radio oder Fernseher nicht eingeschaltet sind; was ist, wenn Sie schlafen?

Früher, bis 1992, gab es die Sirenen, die Sie gewarnt haben, die Sie aufgefordert haben, das Radio einzuschalten. Und heute? Was wird getan, um diese Lücke zu schließen?

Seit mehreren Jahren ist das Bundesministerium des Innern mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe BBK, früher Bundesamt für Zivilschutz, dabei, ein bundesweites, modernes, integriertes System zur Bevölkerungswarnung aufzubauen.

Es basiert, wie fast alle öffentlichen Warnsysteme, auf der Warnung durch Radio und Fernsehen. Um die Rundfunkwarnung jedoch effektiv zu gestalten, das heißt möglichst viele Bürger rasch warnen zu können, sind zwei weitere, wichtige Komponenten erforderlich.

Die eine Komponente ist eine einheitliche, sichere und rasche Kommunikationsverbindung zwischen den Warnzentralen des Bundes, den Lagezentren der Länder und den Medien. Diese Aufgabe übernimmt ein modernes, satellitengestütztes Warnsystem (SatWaS), das seit 2001 aufgebaut wurde und heute einsatzbereit ist.

Die zweite Komponente ist das Sicherstellen eines Weckeffektes, die Alarmierung. Sie soll im wahrsten Sinne des Wortes der "Wecker" sein, der auf die Rundfunkwarnungen aufmerksam macht. Hier ist das Konzept, kein neues, eigenständiges Alarmierungssystem, beispielsweise ein komplett neues Sirenensystem, aufzubauen. Vielmehr ist das Ziel, verschiedene, moderne Kommunikations- und Informationsmittel, die bereits eingeführt sind, für die Alarmierung mitzubenutzen. Ob dies möglich ist und welche Systeme hierfür in Frage kommen, wurde in den Jahren 1999 und 2000 in einer Studie untersucht.

Ein Ergebnis dieser Studie war unter anderen Empfehlungen der Vorschlag, den Zeitsender DCF 77, der Funkuhren mit hochgenauer Normalzeit versorgt, für die Alarmierung mitzubenutzen. Dies erschien realistisch, da einerseits der Sender über freie Übertragungskapazität verfügt und andererseits die weitverbreiteten Funkuhren für den Empfang von Alarmen, zusätzlich zur Zeit, geeignet sind. Unter Beibehaltung der wesentlichen Bauelemente, aber mit neuer Software versehen, könnten zukünftige Funkuhren Alarme empfangen und akustisch und optisch anzeigen.

Dieser Vorschlag wurde vom BBK weiterverfolgt und führte zur Ausschreibung und Durchführung eines breit angelegten Feldversuchs zur praktischen Erprobung eines auf DCF77 basierenden Alarmierungssystems.

Ab Ende 2002 wurden durch die Firmen HKW, IBH und mecom die Voraussetzungen für den Versuch entwickelt: Modifikation des DCF 77 Senders und dessen Sendesignal, Einbinden des Senders in das Warnsystem SatWaS und Anpassung mehrerer Funkuhrtypen für die Alarmierung.

Der eigentliche Feldversuch wurde im dritten Quartal 2003 mit ca. 1000 Funk-Alarmuhren durchgeführt, die an Versuchsteilnehmer in ganz Deutschland und einigen Nachbarländern verteilt wurden. Sie können neben ihrer Normalfunktion Alarme empfangen, die sich auf unterschiedliche Gebiete, vom Bundesgebiet bis zu einem Landkreis oder einer Stadt beziehen.

Die Ergebnisse der Testalarme wurden von den Versuchsteilnehmern erfasst, über diese Webseite registriert und an zentraler Stelle ausgewertet. Sie zeigten eine problemlose und sichere Funktion des Systems. In ganz Deutschland und den beteiligten Nachbarländern wurden über 80% der Alarme, meist innerhalb von 2 Minuten erfolgreich empfangen.

Weitere Informationen zum System und zum Feldversuch finden Sie unter den entsprechenden Menüpunkten.